26.08.2014

Arbeitgeber in Westfalen warnen vor zu hohem Abschluss

Erste zentrale Verhandlungsrunde am 28. August in Berlin

 

Auf eine Einigung mit Augenmaß hofft Dirk W. Erlhöfer, Geschäftsführer der Vereinigung der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie Westfalens, vor der ersten, zentralen Tarifrunde in Berlin. Gleichzeitig warnt er vor einem zu hohen Abschluss, um die rund 4800 Arbeitsplätze in der Region nicht zu gefährden. „Die Krisenvorzeichen mehren sich“, sagt Erlhöfer. Angebotsüberhänge und Preisverfall setzten die Betriebe unter großen Druck. Hinzu kämen ein zunehmend ungewisses konjunkturelles und geopolitisches Umfeld.


„Die Erhöhungsforderung von 5,5 Prozent mehr Lohn für 12 Monate ist überzogen und nicht nachvollziehbar“, fuhr Dirk W. Erlhöfer fort. „Es gibt in der Branche weder einen Nachholbedarf, noch besteht die Gefahr, von der Lohnentwicklung in anderen Branchen abgekoppelt zu werden. Seit 2006 sind die Tariflöhne um 20,5 Prozent gestiegen und liegen damit deutlich über den Abschlüssen vergleichbarer Branchen. Auch verzeichneten die Beschäftigten in den letzten Jahren durch die niedrige Inflation deutliche Reallohnsteigerungen“, argumentiert er.


Die Forderung der Gewerkschaft hatten die Arbeitgeber deshalb umgehend zurückgewiesen. Die Branche zählt aktuell in Deutschland etwa 800 Betriebe mit rund 100.000 Beschäftigten. In Westfalen sind rund 40 Betriebe mit über 4800 Beschäftigten organisiert.