20.03.2014

Kompetenz-Werkstatt Klassenzimmer mit NRW-Schulministerin

Arbeitgeber fordern größere Anstrengung zur Chancengleichheit bei Bildung

„In kaum einem anderen Land entscheidet die soziale Herkunft so über die Bildungschancen wie in Deutschland“, kritisierte Felix Kirchgässler, Vorsitzender des Arbeitgeberverbands kölnmetall, die Bildungspolitik in Deutschland. Zu häufig würde in der Diskussion um Gerechtigkeit die Verteilungsgerechtigkeit in den Mittelpunkt gerückt. Dabei sei gerade die Chancengerechtigkeit im Bereich der Bildung essentiell für den Wohlstand unserer Gesellschaft, sagte Kirchgässler vor rund 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft und dem Bildungssektor im Rahmen der Kompetenz-Werkstatt Klassenzimmer von kölnmetall und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).


**Frühkindliche Bildung verbessern - gleiche Startbedingungen ins schulische Leben schaffen**


„Ein Wirtschaftsland wie Nordrhein-Westfalen kann es sich nicht erlauben, dass jährlich fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler ohne einen Abschluss die Schule verlassen. Hier sind wir alle gefragt“, appellierte Kirchgässler in Anwesenheit von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann. Wolfgang Clement, Vorsitzender des Kuratoriums der INSM und Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit a.D., ergänzte: „Die größte Herausforderung unserer Bildungspolitik sind die Defizite in der frühkindlichen Bildung. Politik und Gesellschaft müssen hier ansetzen und gleiche Startbedingungen ins schulische Leben gewährleisten. Das ist ein Grundversprechen unserer Sozialen Marktwirtschaft“.


**Löhrmann: Inklusion ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft**


Neben drei Runden zu den Themen MINT-Kompetenz, emotionale-soziale Kompetenz und ökonomische Kompetenz mit unter anderem Rainer Ludwig (Geschäftsführer Personal und Sozialwesen, Ford-Werke GmbH) und Josef Kraus (Präsident, Deutscher Lehrerverband), hielt die Ministerin für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann, einen Vortrag zur Inklusion. Sie betonte, dass Inklusion eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft, nicht allein für Schule und Arbeitsmarkt sei. „Wir brauchen ein chancengerechtes, leistungsfähiges, inklusives Bildungssystem. Da wir auf keinen jungen Menschen verzichten können, müssen wir alle Talente fördern und alle Potenziale entwickeln. Unsere Gesellschaft, und damit auch der Wirtschaftsstandort Deutschland, sind auf Ideen und Kreativität angewiesen. Deshalb müssen wir mehr Jugendliche mit Förderbedarfen zu Abschlüssen und mehr junge Menschen zu besseren Abschlüssen bringen. Hoffnungslose Fälle können wir uns nicht leisten“, so die Ministerin.