26.01.2016

Metall-Arbeitgeber: Kaum noch Erweiterungsinvestitionen in der Region

AGV-Vorsitzender Wengeler: „Schleichende

De-Industrialisierung in der M+E-Industrie als Alarmsignal“

Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie investieren immer weniger in den Ausbau ihrer heimischen Produktionskapazitäten. Das sagte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes der Eisen- und Metallindustrie für Bochum und Umgebung e.V., Friedrich Wilhelm Wengeler, am Donnerstag in Bochum: „Erweiterungsinvestitionen und damit Wachstum findet seit einigen Jahren nur noch im Ausland statt.“ Zwar habe die deutsche M+E-Industrie im vergangenen Jahr rund 39 Milliarden Euro hierzulande in Bauten und Ausrüstung investiert, allerdings werde damit unter dem Strich nur noch der Bestand gesichert. Allein in den letzten acht Jahren habe der Wert der Abschreibungen um das Vierfache über dem der Bruttoinvestitionen gelegen. „Das ist ein eindeutiges Alarmsignal für eine schleichende De-Industriealisierung in unserem Land“, betonte Wengeler. Ein weiterer Beleg hierfür sei, dass die Produktion trotz spürbarer Fortschritte in der Effizienz nahezu stagniert.


Demgegenüber hätten die M+E-Unternehmen ihre Budgets für ihre Auslandsengagements in den letzten Jahren beträchtlich ausgeweitet. Von 1995 bis 2012 sei der Bestand deutscher Direktinvestitionen in die ausländische Industrie um mehr als 350 Prozent gestiegen (von 77 Milliarden Euro auf 352 Milliarden Euro). „Die im Vergleich zu Deutschland anderswo günstigeren Produktionskosten gewinnen zunehmend an Bedeutung, wenn Unternehmen über Investitionsstandorte nachdenken“, betonte Friedrich Wilhelm Wengeler. Aus Gesprächen mit Unternehmer-Kollegen aus der Region nehme er immer mehr wahr, dass Markterschließung und Kundennähe zwar nach wie vor wichtige Motive für Auslandsinvestitionen seien. Doch der zuletzt wieder zulasten deutscher Standorte gewachsene Abstand bei den Arbeitskosten rücke bei Standort-Überlegungen zunehmend in den Vordergrund.