Westfälische Nachrichten: In die Schule gehören mehr Wirtschaftsthemen - 10.06.2017

Münster. Für Arndt Kirchhoff ist in Nordrhein-Westfalen nicht alles schlecht. Im Gegenteil: Der Präsident von Unternehmer NRW sieht „viele Pfunde, mit denen wir wuchern können“. Hidden Champions gebe es zuhauf, eine ausgezeichnete Hochschullandschaft und selbst die Infrastruktur sei grundsätzlich gut ausgebaut, wenn auch dringend reparaturbedürftig.

Nach dem Regierungswechsel in Düsseldorf forderte Kirchhoff beim Besuch in unserer Redaktion eine Aufbruchstimmung. „Die Bürger in NRW haben die Sehnsucht, dass das Land endlich besser wird“, glaubt Kirchhoff. Dabei gebe es vor allem zwei große Herausforderungen: Neben dem Ausbau des Straßennetzes und der digitalen Infrastruktur müsse in Sachen Bildung mehr getan werden. Der alten Landesregierung habe ein Masterplan gefehlt, um ihre in Teilen richtigen Ansätze umzusetzen.

Digitalisierung und Wirtschaft als Unterrichtsthemen

Schwarz-Gelb bekommt von Kirchhoff hingegen schon erste gute Noten: Die Pläne der neuen schwarz-gelben Koalition, bis 2025 flächendeckend Gigabit-Netze mit Datenraten von 1000 Megabyte pro Sekunde aufzubauen, findet der Arbeitgeberpräsident lobenswert: „Das Ziel ist richtig.“

Auch im Straßenbau erwartet Kirchhoff einen schnellen Umbruch. „Sollte es in den Landesbehörden an Planungskapazitäten mangeln, kann man die auch zukaufen – etwa in Ingenieurbüros“, so der Verbandspräsident. Und: „Was Unternehmer vor allem brauchen, ist Planungssicherheit.“ Daran habe es unter der rot-grünen Landesregierung von Hannelore Kraft immer gemangelt.

Um das Problem fehlender Nachwuchskräfte in der Wirtschaft zu lösen, nimmt Kirchhoff auch die Schulen in die Pflicht: Die Themen Digitalisierung und Wirtschaft gehören für den Unternehmerpräsidenten vermehrt in den Unterricht. Dazu müssten sich zunächst die Lehrer weiterbilden. Kirchhoff: „Geschieht das nicht freiwillig, muss man den Lehrern auch mal Druck machen.“

Vertraut auch mit internationalen Themen

Auch Jugendliche ohne Schulabschluss hält Kirchhoff durchaus für ausbildungsfähig. „Da können Unternehmen Programme für diese jungen Menschen machen, die funktionieren.“

Als geschäftsführender Gesellschafterer des Automobilzulieferers Kirchhoff-Holding ist der Präsident von Unternehmer NRW auch mit internationalen Themen vertraut. Beispiel Donald Trump: Sein Unternehmen mit Standorten in den USA, Kanada und Mexiko könne zwar flexibel auf die unkonventionelle Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten reagieren. Doch ist Kirchhoffs Urteil dennoch glasklar: „Von Politik hat Trump offensichtlich wenig Ahnung.“

In Konkurrenz zum US-Markt sieht der Unternehmer aus dem Sauerland die deutsche Wirtschaft ohnehin bestens aufgestellt. Für das Internet der Dinge sei die deutsche Industrie gegenüber dem Silicon Valley, der IT-Region in den USA, im Vorteil. „Wir gewinnen diesen Kampf“, ist sich der Verbandspräsident sicher. Auch in Sachen E-Mobilität erwartet Kirchhoff einen Boom, sprich ein schnelles Umdenken der deutschen Autofahrer. „2025 werden 25 Prozent der Neuzulassungen Elektroautos sein“, prognostiziert Kirchhoff.

Autor: Jürgen Stilling

Quelle: Westfälische Nachrichten - http://www.wn.de/NRW/Wirtschaft/2851907-Gute-Noten-fuer-schwarz-gelbe-Plaene-In-die-Schule-gehoeren-mehr-Wirtschaftsthemen

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