24.11.2014

Grundbildungstag NRW feiert Premiere

Bildungswerk NRW ist Partner beim ersten Gundbildungstag NRW in Köln

Rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland, davon allein 1,5 Millionen in Nordrhein-Westfalen, können zwar einzelne Sätze lesen und schreiben, jedoch keine zusammenhängenden Texte verstehen oder selbst verfassen. Sie gelten damit als funktionale Analphabeten. Mehr als vier Millionen von ihnen sind erwerbstätig.


Das Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft (BWNRW) hat daher gemeinsam mit dem DGB-Bildungswerk und Arbeit und Leben NRW am 13.11.2014 den ersten Grundbildungstag NRW in Köln ausgerichtet. Die Bildungseinrichtungen der Sozialpartner hatten damit im Auftrag der Landesregierung erstmals eine gemeinschaftliche Plattform zur Förderung von Alphabetisierung und Grundbildung für Arbeitgeber, betriebliche Interessenvertretungen sowie Institutionen der Weiterbildung geschaffen. Ziel war es, sich darüber auszutauschen, wie die Situation der vielen funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten in NRW verbessert werden kann. Moderiert wurde der Grundbildungstag von der WDR-Journalistin Judith Schulte-Loh.


Unter dem Motto „Gemeinsam!“ diskutierte dabei die Ministerin für Schule und Weiterbildung, Sylvia Löhrmann vor rund 250 Teilnehmenden mit dem Vorsitzenden des BWNRW, Dietmar Meder, und dem Vorsitzenden des DGB NRW, Andreas Meyer-Lauber, wie Alphabetisierung und Grundbildung in Betrieben und im gesellschaftlichen Leben verbessert werden können.


In der Diskussion betonte der Vorsitzende des BWNRW, Dietmar Meder: „Arbeitsplatznahe Grundbildungsangebote müssen stärker in den Blick genommen werden. Sie können einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten und die Beschäftigungsfähigkeit Geringqualifizierter verbessern.“ Die Bildungswerke der Wirtschaft hätten daher die arbeitsorientierte Grundbildung auf die Agenda gesetzt und stehen den Unternehmen auch bei diesem Thema als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.


In den Fachforen am Nachmittag wurden zahlreiche Beispiele guter Praxis präsentiert. Unternehmen wie ZF Lenksysteme, die Ford-Werke, DHL oder ThyssenKrupp Steel stellten ihre Erfahrungen mit arbeitsplatzbezogener Grundbildung vor. Entscheidend ist dabei, den Zugang zu den Betroffenen zu finden, da Analphabetismus vielfach noch immer als Tabuthema gilt.