29.10.2015

NRW-Ausbildungsmarkt: Ausbildungsniveau auf höchstem Stand seit elf Jahren

Präsident Maier-Hunke: "Weiterhin viel zu viele unbesetzte Stellen in Nordrhein-Westfalen"

NRW-Unternehmerpräsident fordert junge Menschen zu mehr Beweglichkeit bei Berufswunsch und Ausbildungsort auf

Die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen haben ihr Angebot an Ausbildungsplätzen im Jahr 2015 mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent erneut erhöht. Mit mehr als 100.000 gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätzen hat das Ausbildungsniveau den Zehn-Jahres-Höchststand aus dem letzten Jahr noch einmal übertroffen. Der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Horst-Werner Maier-Hunke, erklärte bei der Vorlage der Ausbildungszahlen 2015 am Donnerstag in Düsseldorf, das nachhaltig große Engagement bei der Ausbildung junger Menschen sei eine starke Leistung der Unternehmen im Land. "Die Wirtschaft steht zu ihrer Verantwortung und bildet aus – ohne Wenn und Aber", sagte Maier-Hunke.

Nach Angaben des Unternehmerpräsidenten sei die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze im Zehn-Jahres-Vergleich sogar um rund 11 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sei die Zahl der Bewerber um rund 12 Prozent nennenswert zurück gegangen. Rein rechnerisch stünden heute deutlich mehr Stellen für deutlich weniger Bewerber zur Verfügung. "Damit bestehen gute Chancen für die jungen Menschen, einen der vielen attraktiven Ausbildungsberufe zu erlernen", betonte Maier-Hunke.

Spiegelbildlich würde es für die Unternehmen immer schwerer, die angebotenen Ausbildungsplätze adäquat zu besetzen: So sei die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze wieder spürbar angestiegen und erreiche mit mehr als 6.000 offenen Lehrstellen den höchsten Stand der letzten 18 Jahre. Dies bleibe nicht ohne Konsequenzen. „Wo ein Ausbildungsplatz nicht besetzt werden kann, entsteht eben auch kein Ausbildungsvertrag“, erklärte der Unternehmerpräsident.

Zentrale Herausforderung auf dem Ausbildungsmarkt bleibe das sogenannte „Matching“ – also die Passung von regionalen Ausbildungsplatzangeboten der Unternehmen einerseits sowie Berufswünschen und Mobilitätsanforderungen der jungen Menschen andererseits. „Das ist das Kardinalproblem seit Jahren. Ich fordere junge Menschen, die ihre Wunsch-Lehrstelle an ihrem Wunsch-Ort nicht bekommen haben, zu mehr Beweglichkeit auf“, sagte Maier-Hunke. Hierfür erforderlich sei eine fundierte Berufsorientierung und –vorbereitung schon in der Schule. Maier-Hunke appellierte an die jungen Menschen im Lande, sich schon frühzeitig mit ihrer eigenen beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen und dabei die duale Ausbildung in den Fokus zu nehmen. „Die Karrierechancen und Perspektiven mit einer guten Ausbildung in unseren Unternehmen sind klasse“, betonte er.

Die Unternehmen im Land forderte der Unternehmerpräsident auf, die zweifelsohne großen Potenziale auf dem Ausbildungsmarkt noch besser zu erschließen. "Wir brauchen mancherorts eine noch höhere Sensibilität für die große Bedeutung einer frühzeitigen Nachwuchssicherung", erklärte Maier-Hunke. Dies gelte auch für die Berücksichtigung leistungsschwächerer Jugendlicher in der Ausbildung. Viele Unternehmen hätten diese Zielgruppe zwar im Blick, könnten aber oftmals den zusätzlichen Aufwand nicht allein bewältigen. Die neue Assistierte Ausbildung (AsA) etwa sei hier ein gutes Instrument, das Auszubildende wie Ausbildungsbetriebe bei Schwierigkeiten kontinuierlich unterstütze.