09.04.2015

Rente mit 63 bremst Arbeitsplatzaufbau für Ältere in NRW aus

Präsident Horst-Werner Maier-Hunke: „Bitteres Ergebnis einer verfehlten Rentenpolitik “

Die Einführung der Rente mit 63 zum 1. Juli 2014 hat den Arbeitsplatzaufbau für ältere Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen nahezu zum Erliegen gebracht. Aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit zufolge sind Ende September 2014 in Nordrhein-Westfalen 365.266 Menschen im Alter von 60 bis 65 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen. Dies waren gerade einmal 0,65 Prozent mehr als Ende Juni 2014. Im Jahr zuvor hatte die Arbeitsmarktstatistik für diese Altersgruppe für diesen Zeitraum noch ein Plus von 2,6 Prozent und 2012 von 3,0 Prozent ausgewiesen. Die aktuelle Zuwachsrate ist die mit Abstand niedrigste seit acht Jahren.

Der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Horst-Werner Maier-Hunke, sagte in Düsseldorf, die amtlichen Daten seien ein trauriger Beleg für eine verfehlte Rentenpolitik. Die Entscheidung, langjährig Versicherten bereits zwei Jahre früher einen abschlagsfreien Rentenzutritt zu gewähren, sei nachweislich ein schwerer Rückschlag für eine demografiefeste Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik. „Den Unternehmen in Nordrhein-Westfalen gehen erfahrene Fachkräfte von der Fahne, die noch dringend benötigt werden, und die Rentenversicherung muss zusätzliche Leistungen in Milliardenhöhe erbringen, die völlig unnötig sind“, betonte Maier-Hunke.

Das auch politisch gewollte Beschäftigungswachstum Älterer, das sich in NRW in der Altersgruppe der 60 bis 65jährigen binnen acht Jahren um 200.000 mehr als verdoppelt habe, werde damit gestoppt. Die NRW-Unternehmensverbände rechnen da-mit, dass für diese Altersgruppe die Bremsspuren auf dem Arbeitsmarkt noch kräftiger werden. Allein bei DRV Rheinland und DRV Westfalen hätten bis Ende September 2014 fast 12.500 ältere Arbeitnehmer einen Antrag auf Rente mit 63 gestellt, aktuell lägen dort inzwischen 22.700 Anträge vor. Hinzu kämen noch viele tausend Antragsteller, die bei der DRV Bund in NRW versichert seien. Damit würde die vor Jahren getroffene richtige Entscheidung der Politik, das Renteneintrittsalter Schritt für Schritt auf 67 Jahre zu erhöhen, quasi zunichte gemacht. „Falsche Anreize wie diese beeinträchtigen die Zukunftsfähigkeit unseres Landes“, erklärte Maier-Hunke.