12.11.2014

Unternehmen in NRW bilden weiter auf hohem Niveau aus

Präsident Maier-Hunke „Höchstes Angebot an Ausbildungsplätzen seit zehn Jahren“

Die nordrhein-westfälischen Unternehmen werden auch 2014 ihrer Verantwortung für die Ausbildung junger Menschen gerecht. Das sagte der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Horst-Werner Maier-Hunke, in Düsseldorf nach dem „Spitzengespräch Ausbildungskonsens“, an dem Vertreter der Landesregierung, der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Kommunen und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit teilnahmen. Im laufenden Jahr hätten die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen ihr Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen um 3,4 Prozent auf fast 99.000 Lehrstellen gesteigert. Dies sei der höchste Stand seit zehn Jahren. „Ich freue mich sehr über das klare Bekenntnis der Unternehmen in unserem Land für die duale Ausbildung“ erklärte Maier-Hunke. Fast alle ausbildungsberechtigten Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern bildeten aus. Auch 70 Prozent der kleinen Betriebe mit bis zu 49 Mitarbeitern stellten Ausbildungsplätze zur Verfügung. Selbst fast die Hälfte aller Kleinstbetriebe mit bis zu neun Mitarbeitern böten Lehrstellen an.


Als „größte Herausforderung“ für Politik, Schulen und Unternehmen bezeichnete der Unternehmerpräsident den Übergang von der Schule in den Beruf. „An dieser Schnittstelle müssen wir alle gemeinsam mehr tun, das ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe“, betonte Maier-Hunke. Die Unternehmen benötigten mehr denn je qualifizierten Nachwuchs. Wenn Nordrhein-Westfalen im internationalen Wettbewerb weiter vorn mitspielen wolle, „dann müssen die Anforderungen an unsere Mitarbeiter hoch bleiben. In dem Maß, wie unsere Wettbewerber bei Qualität und Innovation aufholen, dürfen wir gerade in unseren Bildungsanstrengungen nicht nachlassen“, sagte Maier-Hunke.


Der Unternehmerpräsident forderte die jungen Menschen auf, in ihrer Berufswahl flexibler zu werden. Er beobachte, dass viel zu häufig freie Ausbildungsstellen und Wunschberufe der Bewerber nicht zusammenzubringen seien. Überdies seien Lehrstellen-Bewerber immer noch viel zu sehr auf ihre Heimatorte fokussiert. Ein massives Hemmnis sei auch die unzureichende Vorbereitung von Schulabgängern auf das, was sie nach der Schule erwarte. Da helfe auch der Hinweis auf hohe Absolventenzahlen mit Abitur, Fachhochschul- oder mittlerer Reife nicht weiter. „Wir erleben in den Unternehmen zunehmend, dass allein der Schulabschluss leider längst nicht der Ausweis dafür ist, dass Schüler den hohen Anforderungen vieler qualifizierter Ausbildungsberufe gewachsen sind“, sagte Maier-Hunke. Dies alles führe dazu, dass die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze mit 5.300 Lehrstellen in Nordrhein-Westfalen selten größer gewesen sei als heute. „Nordrhein-Westfalen kann es sich nicht leisten, die Potenziale so vieler junger Menschen und gleichzeitig Ausbildungs-Vakanzen in so vielen Unternehmen brach liegen zu lassen“, so Maier-Hunke.


Der Unternehmerpräsident begrüßte die Verabredung im Ausbildungskonsens, zeitnah ein konkretes Handlungskonzept zur besseren Erschließung der Potenziale auf dem Ausbildungsmarkt zu entwickeln. Die Betriebe und Unternehmensverbände in Nordrhein-Westfalen seien hier bereits mit zahlreichen Projekten und Initiativen unterwegs. Allein 80 regionale Arbeitskreise des landesweiten Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT kümmerten sich um eine bessere Berufsorientierung in den Schulen. Die Unternehmensverbände engagierten sich für die Umsetzung der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“, mit der eine fundierte Berufsorientierung an allen weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen verankert werden solle. „Die Landesregierung hat uns hier als Partner an ihrer Seite“, erklärte Maier-Hunke.