22.10.2014

unternehmer nrw begrüßt Urteil des Bundesarbeitsgerichts

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt hat die Rechte älterer Arbeitnehmer gestärkt.

Unter bestimmten Bedingungen bleiben auch zukünftig zusätzliche Urlaubstage für ältere Mitarbeiter erlaubt. Der Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Dr. Luitwin Mallmann, begrüßte dieses Urteil: Es gebe sachliche Gründe, jüngere und ältere Arbeitnehmer beim Urlaub unterschiedlich zu behandeln. "Die Tarifparteien haben dem in der Vergangenheit Rechnung getragen, das hat nichts mit Diskriminierung zu tun", sagte Mallmann der Rheinischen Post. Das Urteil bedeute aber auch, dass es bei richtig angewandtem Ermessen möglich sein müsse, für jüngere Arbeitnehmer auch kürzeren Urlaub zu vereinbaren, weil diese nur kürzere Erholungsphasen benötigten.


Die Richter entschieden, dass jüngere Menschen durch solche Regelungen zwar benachteiligt würden. Doch zum Schutz älterer Beschäftigter dürfe der Arbeitgeber Mehrurlaub gewähren, wenn dies im angemessenen Rahmen bleibe (Az.: 9 AZR 956/12). Im Vorfeld hatten sieben 45- bis 56-Jährige geklagt, die bei einer Tochterfirma des Schuhherstellers Birkenstock in Rheinland-Pfalz arbeiten. Regulär haben die Mitarbeiter 34 Tage Urlaub. Das Unternehmen gibt Beschäftigten ab ihrem 58. Geburtstag zwei zusätzliche Urlaubstage. Der Bochumer Arbeitsrechtler Jacob Joussen hält die Entscheidung für eine konsequente Weiterentwicklung eines Urteils der Erfurter Richter von 2012. Damals hatten sie eine Altersstaffelung beim Urlaub im öffentlichen Dienst gekippt. Sie könnten es nicht nachvollziehen, dass Beschäftigte schon mit 30 Jahren einen höheren Anspruch hätten als ihre jüngeren Kollegen. "Mit der heutigen Entscheidung hat das BAG den Arbeitgebern einen Hinweis gegeben, ab welchem Alter eine Differenzierung gerechtfertigt sein kann", sagte Joussen.