19.03.2014

unternehmer nrw gegen Mindestlohn ohne Ausnahmen

Dr. Mallmann: „Zu hohe Einstiegshürde für die Schwächsten am Arbeitsmarkt“

Als „sozial- und arbeitsmarktpolitisch grundfalsch“ haben die nordrhein-westfälischen Unternehmensverbände die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns ohne Ausnahmen bezeichnet. Mit Blick auf eine am Mittwoch vom Institut für Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg-Essen und dem DGB NRW vorgestellte Studie sagte der Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Dr. Luitwin Mallmann, heute in Düsseldorf, ein Mindestlohn ohne Ausnahmen und Differenzierungen schade den Schwächsten am Arbeitsmarkt. Langzeitarbeitslose oder Menschen, die sich etwas hinzuverdienen wollten, würden ihrer Chancen auf ei-nen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt beraubt, wenn der gesetzlich verordnete Einstiegslohn höher sei als die Produktivität ihrer Arbeit. Ein realitätsfernes Min-destlohnniveau verhindere den Einstieg in Arbeit und sei das Gegenteil von sozialer Gerechtigkeit. „Hier gilt: Gut gemeint ist längst noch nicht gut gemacht“, erklärte Mallmann.


Mit Blick auf die Beschäftigungschancen junger Menschen betonte er, Aushilfstätigkeiten dürften nicht attraktiver vergütet werden als die Entlohnung in Projekten, die wenig qualifizierte Jugendliche erst zu einer Ausbildung führen sollen. „Wenn wir in unseren Unternehmen mithelfen, junge Menschen ausbildungsfähig zu machen, dann darf dieses Engagement nicht durch Fehlanreize an anderer Stelle durchkreuzt werden“, sagte Mallmann. Es sei ein arbeitsmarktpolitischer Fehlschlag, wenn sich junge Menschen wegen eines höheren Mindestlohns gegen eine qualifizierte Ausbildung entscheiden würden. Dieses Szenario könne auch nicht wirklich das Ziel des Deutschen Gewerkschaftsbundes sein.