29.10.2014

unternehmer nrw lehnen Ausbildungsumlage ab

Präsident Maier-Hunke: „Vorhaben ein fataler ausbildungsmarktpolitischer Fehlschlag“

Als „wirklichkeitsfremd und überflüssig“ haben die nordrhein-westfälischen Unternehmer die Forderung des DGB nach einer Einführung einer Ausbildungsumlage für Betriebe an Rhein und Ruhr strikt abgelehnt. Der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Horst-Werner Maier-Hunke, sagte am Mittwoch in Düsseldorf, eine pauschale Abgabe gehe an den tatsächlichen Problemen des Ausbildungsmarktes in Nordrhein-Westfalen völlig vorbei. Hauptproblem bei der Ausbildung sei, dass freie Ausbildungsstellen und Wunschberufe der Bewerber zusehends schwieriger zusammenzubringen seien. Auch die fehlende Ausbildungsreife der Schulabgänger sei weiterhin ein massives Hemmnis. Selten sei deshalb die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze in Nordrhein-Westfalen größer gewesen als heute. Um hier aber Linderung zu erreichen, sei eine Ausbildungsumlage die falsche Medizin. „Wenn ich Kopfschmerzen habe, lasse ich mir vom Arzt auch kein Magenmittel verschreiben“, betonte Maier-Hunke. Es sei ein „ausbildungs- und arbeitsmarktpolitischer Treppenwitz“, wenn Unternehmen erst keine geeigneten Bewerber für freie Ausbildungsstellen fänden und dann obendrein noch mit einer Umlage bestraft würden. „Dieser Ansatz ist von Grund auf falsch und wäre ein Fehlschlag. Daran ändert auch die ständige Wiederholung dieser Forderung nichts“, erklärte der Unternehmerpräsident.


Die Einführung einer Ausbildungsumlage wird nach Einschätzung des Unternehmerpräsidenten zu gravierenden Fehlentwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen führen. Es sei zu erwarten, dass mit der Abgabe außerbetriebliche Ausbildungsplätze in Wunschberufen junger Menschen finanziert würden, die am eigentlichen Bedarf der Unternehmen total vorbei gingen. Diese fehlende Praxisnähe führe später zu erheblichen Verwerfungen am Arbeitsmarkt. „Wenn junge Menschen einen Beruf erlernen, der nicht gefragt ist, stehen sie nach der Ausbildung auf der Straße. Das können wir doch alle nicht wollen“, sagte Maier-Hunke. Gerade die enge Verknüpfung von Ausbildung und betrieblicher Praxis habe Deutschland die europaweit niedrigste Jugend-Arbeitslosigkeit verschafft. Es sei nicht nachvollziehbar, warum dieser Erfolg nun aufs Spiel gesetzt werden solle und einer derartige Verschwendung von finanziellen und personellen Ressourcen das Wort geredet werde.