05.08.2014

unternehmer nrw weist Anti-Stress-Gesetz zurück

Dr. Mallmann: Negativen Stress kann man nicht per Gesetz verbieten

Als „untaugliches Instrument“ haben die nordrhein-westfälischen Unternehmer die Forderung von NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider nach einem Anti-Stress-Gesetz, das insbesondere die Email-Kommunikation zwischen Arbeitgebern und Angestellten regeln soll, zurückgewiesen. „Wir haben das Problem der psychischen Belastung bei der Arbeit längst erkannt. Viele Betriebe haben die Gefährdungsbeurteilungen bereits um diesen Aspekt ergänzt oder arbeiten mit Hochdruck daran“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen e.V. (unternehmer nrw), Dr. Luitwin Mallmann, am Dienstag in Düsseldorf.


Dazu stelle der Verband den Unternehmen eine mit dem Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) entwickelte praxistaugliche App „Kurzverfahren psychische Belastung (KPB)“ zur Verfügung. Diese App werde bereits stark nachgefragt. Überdies hatten sich in einer gemeinsamen Erklärung Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und Bundesarbeitsministerium am 5. September 2013 darauf geeinigt, bis 2018 die entsprechenden Maßnahmen in den Betrieben zu ergreifen. Danach soll gemeinsam festgestellt werden, ob weiterer Handlungsbedarf für den Gesetzgeber besteht.


Er sei zuversichtlich, dass in diesem konzentrierten Prozess alle notwendigen, angemessenen und praxiswirksamen Schritte ergriffen würden. „Da lassen wir uns von Minister Schneider im Sommerloch 2014 auch nicht unter Stress setzen“, erklärte Dr. Mallmann.


Es gelte nach wie vor der Grundsatz, dass die Freizeit nach der Arbeit der Erholung diene. Deshalb sei schon heute rechtlich vollkommen klar: Wer im Urlaub oder in seiner Freizeit Emails nicht bearbeite oder das Handy abschalte, müsse keine Nachteile im Job befürchten, betonte Dr. Mallmann.


Dr. Mallmann warnte vor einer weiteren überbordenden gesetzlichen Regulierung. Diese sei letztlich nicht mehr zu kontrollieren. „Wenn der Staat Bürgern und Unternehmen alles bis ins Detail vorschreibt und der Persönlichkeit keinen Raum für verantwortungsvolle, vernünftige Entscheidungen lässt, löst auch das psychische Belastung aus. Einen „Big Brother“ der Arbeitswelt wolle schließlich niemand“, sagte Dr. Mallmann.