10.08.2015

Statement zu Beginn des Ausbildungsjahres 2015/16

NRW-Unternehmerpräsident Maier-Hunke wirbt für Ausbildung

In diesen Wochen starten wieder über 100.000 junge Menschen in NRW in eine betriebliche Ausbildung. In ihrem Leben ist das ein wichtiger Schritt, der viele Veränderungen, aber vor allem Chancen mit sich bringt: Chancen auf gute Beschäftigungsperspektiven und auf vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Ich wünsche allen Ausbildungsanfängern einen guten Start, viel Freude sowie viel Erfolg in und nach der Ausbildung! 

Auch für Unternehmen ist Ausbildung ein wichtiger Schritt, den viele ganz selbstverständlich gehen. Denn sie wissen: Wer heute ausbildet, sichert sich die Fachkräfte von morgen. Gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ist dies besonders wichtig. Wer rechtzeitig vorsorgt, trägt so zur eigenen Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit bei. Ausbildung ist damit eine wichtige Investition in die unternehmerische Zukunft.

Ich appelliere an dieser Stelle an die Unternehmen in unserem Land: Tätigen Sie diese wichtige Investition in Ihre Zukunft! Bilden Sie aus – und dort, wo es möglich ist: Verstärken Sie Ihre Anstrengungen! Geben Sie auch vermeintlich schwächeren Jugendlichen eine Chance! Und melden Sie bitte Ihre Ausbildungsplätze bei der Bundesagentur für Arbeit! Auch im Endspurt kurz vor dem Ausbildungsstart lohnt sich das. Denn auf dem Ausbildungsmarkt ist noch viel Bewegung, zahlreiche Jugendliche suchen noch einen Ausbildungsplatz. Und wo sie benötigt wird, gibt es auch Unterstützung: Die Agenturen für Arbeit bieten beispielsweise ausbildungsbegleitende Hilfen oder Assistierte Ausbildung an.

Im Ausbildungskonsens NRW streben wir eine Steigerung der gemeldeten Ausbildungsplätze an mit dem Ziel, aus diesem Potenzial auch zusätzliche Ausbildungsverträge zu gewinnen. Dies ist sehr ehrgeizig. Denn wir kommen bereits von einem hohen Niveau: 2014 hat die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze in NRW den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht. Gleichzeitig war bei den unbesetzten Ausbildungsplätzen der zweithöchste Stand seit 15 Jahren zu verzeichnen. Zudem weist NRW ein überdurchschnittliches betriebliches Ausbildungsengagement auf: Bei Ausbildungsquote und Ausbildungsbetriebsquote liegt NRW über dem Bundesdurchschnitt.

Es wäre daher eine Illusion zu glauben, die Zahl der Ausbildungsplätze und Ausbildungsverträge könne „einfach so“ deutlich erhöht werden. Schon heute kämpfen viele Unternehmen hart darum, angesichts fehlender Bewerber ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Deshalb unterstütze ich nachdrücklich den Appell von Landesarbeitsminister Guntram Schneider an junge Menschen, sich auch abseits ihres Wunschberufes zu orientieren und gegebenenfalls auch fern des Wohnorts eine Ausbildungschance zu ergreifen. Gleichzeitig sage ich aber auch: Unternehmen können sich auf die demografische Entwicklung nur bedingt einstellen – sie können vorsorgen und planen, aber nicht langfristig auf Vorrat ausbilden. Ich freue mich daher umso mehr, dass die aktuellen Zwischenmeldungen vom Ausbildungsmarkt dennoch zeigen, dass die Richtung stimmt und das Angebot an gemeldeten Ausbildungsplätzen steigt.

Die Unternehmensverbände in NRW unterstützen die Betriebe bei ihrem Engagement für Ausbildung. Ein Schwerpunkt ist, junge Menschen frühzeitig anzusprechen, um sie für Ausbildung zu gewinnen. Dies geschieht auf Ausbildungsmesse, durch Kooperationen mit Schulen, mit modernen Informationsmedien und vielem mehr. Ein konkretes Beispiel aus der Metall und Elektroindustrie ist der neue M+E-InfoTruck: Er besucht Schulen und informiert auf zwei Ebenen mit Multimedia-Anwendungen und Experimentierstationen über die M+E-Berufe.