20.01.2016

Stellungnahme: "Bildungsqualität fördern. Teil 2" - 20.01.2016

Stellungnahme von unternehmer nrw zur Anhörung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung "Bildungsqualität fördern. Teil 2"

Herausforderungen

In den Themenfeldern „Stärkung der dualen Ausbildung“ und „Sicherung des MINT-Fachkräftebedarfs“ stellen sich vor allem folgende Herausforderungen:

  • Auf dem Ausbildungsmarkt schlagen sich demografische Veränderungen und ein verändertes Bildungsverhalten (höhere Abiturientenquote, höhere Studienanfängerquote) nieder. Folge ist, dass es schwieriger wird, angebotene Ausbildungsplätze zu besetzen. 2015 wurde in NRW bei der Zahl der unbesetzt gemeldeten Ausbildungsplätze der höchste Stand seit 18 Jahren erreicht.
  • Zu beobachten ist eine vielfach unzureichende Berufsorientierung junger Menschen. Sie können sich unter vielen Berufen nichts vorstellen, konzentrieren sich auf einige wenige Berufe und lassen andere, chancenreiche Berufe links liegen. Konsequenzen sind u.a. Fachkräftemangel in bestimmten Berufen, Ausbildungs- und Studienabbrüche bzw. -wechsel.
  • Im IQB-Ländervergleich 2012 für MINT-Fächer belegt NRW hintere bzw. letzte Plätze. Der Rückstand gegenüber dem Spitzenreiter Sachsen entspricht dem Lernzuwachs von ca. 2 Schuljahren. Besonders besorgniserregend ist auch der große Anteil von Schülern in den unteren Kompetenzstufen. So erreichen in Mathematik in NRW 30 % der Schüler nur die unterste Kompetenzstufe I.
  • Im Herbst 2015 betrug die MINT-Fachkräftelücke in Deutschland rund 164.000, wovon der größere Teil (rd. 65 %) auf beruflich Qualifizierte (v.a. Ausbildungsabschluss, Meister, Techniker) entfielt. Diese Lücke droht in Zukunft stark anzuwachsen. Bis zum Jahr 2020 werden – wenn nicht wirksam gegengesteuert wird – rund 670.000 MINT-Fachkräfte fehlen, um allein den Ersatzbedarf insbesondere durch altersbedingtes Ausscheiden zu schließen.

 

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