Duale Ausbildung

Die duale Berufsausbildung ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor der deutschen Wirtschaft und ein Grund für die geringe Jugendarbeitslosigkeit. Die enge Verknüpfung von Lernen und Praxis sichert den Unternehmen bedarfsgerecht ausgebildete Fachkräfte und jungen Menschen einen erfolgreichen Start in das Berufsleben und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Dies gelingt nur durch das große Engagement der Wirtschaft für dieses System.

 

Großes Engagement der NRW-Wirtschaft für Ausbildung

Die Wirtschaft hierzulande bildet auf hohem Niveau aus. In NRW eröffnen die Unternehmen jedes Jahr rund 120.000 jungen Menschen den Weg in die Ausbildung. Mehr als die Hälfte der ausbildungsberechtigten Betriebe stellen Lehrstellen bereit, darunter etwa 90 % aller Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten.

2016 hat es erneut ein Plus bei den gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätzen gegeben (+4,2 %). Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze lag damit auf dem höchsten Niveau der letzten 14 Jahre. Die Zahl der Ausbildungsverträge ist 2016 gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen (-1,7 %). Hier schlagen sich die zunehmenden Besetzungsprobleme der Betriebe nieder. 2016 konnten in NRW rund 7.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Das ist der höchste Stand der letzten 19 Jahre.

Auch ein Vergleich macht das weiterhin große Engagement der NRW-Wirtschaft für Ausbildung deutlich: Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze ist 2016 gegenüber 2007 um rund 15 Prozent gestiegen. In diesem 10-Jahres-Zeitraum ist die Zahl der Bewerber aber um rund 12 Prozent zurück gegangen. Damit verbunden ist eine weitere Verbesserung der Chancen junger Menschen auf Ausbildung.
Und auch im Vergleich der Bundesländer muss sich NRW nicht verstecken: Trotz schwierigerer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen liegt NRW sowohl bei der Ausbildungsbetriebsquote (22,8 Prozent) als auch bei der Ausbildungsquote (5,5 Prozent) deutlich über dem Bundesdurchschnitt (20 Prozent sowie 5,1 Prozent).

Wichtig bleibt, alle Potenziale auf dem Ausbildungsmarkt noch besser zu erschließen. Es bleiben zu viele Ausbildungsplätze unbesetzt, während gleichzeitig zu viele Jugendliche nicht in Ausbildung münden. Ein zentrales Problem, das es dabei zu lösen gilt, heißt: wie lassen sich Bewerber und Betriebe zusammenbringen, d. h. wie finden die Jugendlichen die richtige Lehrstelle und die Betriebe die richtigen Jugendlichen.

unternehmer nrw setzt sich ein für:

  • die Sicherstellung der Ausbildungsreife durch die Schule
  • eine feste Verankerung der Berufsorientierung an allen Schulen im Rahmen der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“
  • mehr berufliche und regionale Mobilität von Ausbildungsbewerbern
  • eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Ausbildungsinhalte (z.B. Anpassung an neue Technologien) und Ausbildungsstrukturen (z.B. mehr zweijährige Ausbildungsberufe und Ausbildungsbausteine)
  • die Attraktivität der dualen Ausbildung in der Gesellschaft, bei Schülern, Eltern, Lehrkräften
  • moderne und leistungsstarke Berufsschulen mit ausreichenden und gut qualifizierten Lehrkräften

unternehmer nrw, ihre Mitgliedsverbände und die Unternehmen in NRW sind auf vielfältige Weise aktiv:

  • mit vielfältigen Berufsinformationen, mit Aktivitäten zur Berufsorientierung und Berufsvorbereitung junger Menschen, mit Begleitung und Unterstützung gerade kleiner und mittelständischer Unternehmen bei ihrem Ausbildungsengagement etwa durch Angebote in Ausbildungswerkstätten oder Seminare für Auszubildende und Ausbilder
  • unternehmer nrw engagiert sich mit weiteren Partnern aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Arbeitsverwaltung sowie Land und Kommunen seit 1996 im "Ausbildungskonsens NRW". Ziel ist es, jedem jungen Menschen in NRW, der ausbildungswillig und -fähig ist, ein Ausbildungsangebot zu machen.
  • unternehmer nrw und ihre Mitgliedsverbände wirken an der Umsetzung der im Ausbildungskonsens NRW erarbeiteten Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule - Beruf in NRW (KAoA)" mit. Unternehmen engagieren sich hier insbesondere durch die Bereitstellung von Praxisphasen zur Berufsorientierung (Berufsfelderkundungen und Praktika).