26.07.2016

Geschäftsklima, Juli 2016

Der Geschäftsklimaindex für das Verarbeitende Gewerbe sank im Juli 2016 auf 102,3 Punkte

Der ifo Geschäftsklimaindex für die Gewerbliche Wirtschaft sank von 108,7 Punkten im Juni auf 108,3 Punkte im Juli. Zwar zeigten sich die Unternehmen zufriedener mit der aktuellen Geschäftslage. Die Industrie blickte aber merklich weniger optimistisch auf die kommenden Monate.

Der Geschäftsklimaindex für das Verarbeitende Gewerbe (ohne Ernährungsgewerbe) ging ebenfalls zurück. Er erreichte 102,3 Punkte, nach 102,7 Punkten im Juni. Auch hier wurden die aktuelle Lage positiver, die Erwartungen jedoch weniger optimistisch beurteilt als im Vormonat.

Die befragten Industriebetriebe des Verarbeitenden Gewerbes beurteilten ihre aktuelle Lage und ihre Erwartungen im Juli 2016 folgendermaßen:

Lageeinschätzung: 

+        35% der Firmen bezeichneten die augenblickliche Lage als gut,

=        53% gaben eine neutrale Wertung ab und

-         12% beurteilten sie als schlecht.

Geschäftserwartungen:

+         15% der Unternehmen erwarten in den nächsten sechs Monaten eine Besserung,

=         71% sehen eine gleich bleibende Entwicklung voraus und

-          14% befürchten eine Verschlechterung.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen für das Verarbeitende Gewerbe (ohne Ernährungsgewerbe) seit 2005. Es ist unter anderem abzulesen, dass der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen nur noch knapp im positiven Bereich liegt.

Bewertung durch unternehmer nrw:

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage fällt positiv aus. Der Anteil der Unternehmen, der die gegenwärtige Situation als gut beschreibt, ist im Vergleich zum Vormonat sogar noch gestiegen. Die konjunkturelle Lage ist also nach wie vor stabil.

Allerdings wurden die Geschäftserwartungen an die kommenden Monate deutlich weniger optimistisch formuliert. Der Hauptgrund für diese Entwicklung dürfte im Referendum Großbritanniens für den Austritt aus der Europäischen Union zu finden sein. Das Votum bringt eine Unsicherheit über die zukünftigen Handelsbeziehungen des Vereinigten Königreichs mit der Europäischen Union mit sich. Abhängig vom Verhandlungsausgang können vor allem für die exportabhängige Industrie negative Konsequenzen entstehen.

Aus Sicht der Unternehmen wäre daher eine schnelle Aufnahme der Verhandlungen über den EU-Austritt wünschenswert. Je eher Sicherheit über die zukünftigen Beziehungen besteht desto geringer sollten die Auswirkungen für die hiesige Industrie sein. Dabei ist es natürlich wünschenswert, dass das Vereinigte Königreich möglichst eng mit dem europäischen Binnenmarkt verbunden bleibt.

Hinweis:

Die NRW.Bank veröffentlicht Daten zum ifo-Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen unter folgendem Link:

http://www.nrwbank.de/de/corporate/Publikationen/Publikationsinhaltsseiten/nrw.bank_ifo_geschaeftsklima.html

Die Schnellmeldung für Nordrhein-Westfalen ist dabei ca. 3 bis 5 Werktage nach Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklima-Index für Deutschland im Internet abrufbar. Ca. 10 Werktage nach Publizierung des ifo-Geschäftsklima-Index für Deutschland veröffentlicht die NRW.Bank hierzu weitere Daten wie z. B. eine ausführliche Meldung sowie ein Datenpaket.