01.04.2016

Wirtschaftswachstum in Nordrhein-Westfalen 2015

Konjunktur: Kein Wirtschaftswachstum in NRW in 2015

Das statistische Landesamt, IT.NRW, hat Ergebnisse der Berechnung des Bruttoinlands-produktes für Nordrhein-Westfalen veröffentlicht.

Demnach ist die Wirtschaftleistung in Nordrhein-Westfalen preisbereinigt im vergangenen Jahr nicht gewachsen (+/- 0,0 Prozent). Damit ist Nordrhein-Westfalen beim Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr auf den letzten Platz unter den 16 Bundesländern zurückgefallen. Im Bundesdurchschnitt ergab sich für das Jahr 2015 ein Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,7 Prozent.

Nominal – also in Preisen des jeweiligen Jahres – stieg das Bruttoinlandsprodukt in Nordrhein-Westfalen um 2,0 Prozent auf insgesamt 645,6 Milliarden Euro. Im Bundesdurchschnitt betrug das nominale Wachstum 3,8 Prozent.

Für das Verarbeitende Gewerbe ermittelten die Statistiker einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in Nordrhein-Westfalen (minus 2,1 Prozent). Im Bundesdurchschnitt wurde hier ein Wachstum von 1,7 Prozent verzeichnet. Zwar konnte der Dienstleistungssektor in Nordrhein-Westfalen leicht zulegen (plus 0,1 Prozent). Jedoch lag das Wachstum auch hier unter dem durchschnittlichen Wachstum in Deutschland (plus 1,5 Prozent).

In der Anlage finden Sie die Veränderungsraten des realen BIP nach Bundesländern.

Bewertung durch unternehmer nrw:

Im Jahr 2015 ist das Wirtschaftswachstum in Nordrhein-Westfalen zum fünften Mal in den letzten sechs Jahren hinter dem Bundesdurchschnitt zurückgeblieben. So groß wie im vergangenen Jahr war die Wachstumslücke in diesen Jahren jedoch nie. Im Vergleich aller 16 Bundesländer bildet Nordrhein-Westfalen damit das Schlusslicht beim Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.

Besonders bedenklich ist dabei, dass die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr rückläufig war. Die Industrie ist nach wie vor das Herz der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Ein Rückgang der Wirtschaftsleistung in diesem Sektor ist daher besonders fatal für den Standort Nordrhein-Westfalen.

Es wird höchste Zeit, diesem negativen Trend entgegen zu wirken. Die Landesregierung sollte diese Zahlen zum Anlass nehmen, alles zu unternehmen, um die nordrhein-westfälische Wirtschaft zu stärken. Dabei ist der Ausbau von Verkehrsnetzen genauso notwendig wie zügige und massive Investitionen in die digitale Infrastruktur.

Darüber hinaus ist es mindestens ebenso wichtig, auf Gesetze zu verzichten, die den Standort Nordrhein-Westfalen durch weitere Regulierung zusätzlich belasten. Die Landesregierung sollte daher ihre Alleingänge in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz beenden.