NRW-Industrie: Negativtrend hält an - 1. Halbjahr 2016

Die Industrie, das Herzstück der NRW-Wirtschaft, kommt weiterhin nicht auf Touren. Nach Produktionsrückgängen in den vergangenen drei Jahren deuten auch die Zahlen für das erste Halbjahr 2016 in die Abwärtsrichtung. Die Produktion lag unterhalb des Niveaus des Vorjahres. Besonders bedenklich ist, dass der Rückgang im zweiten Quartal sogar stärker war als im ersten. Die aktuellen Daten zur Auftragslage machen wenig Mut auf eine spürbare Belebung in der zweiten Jahreshälfte.

Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe ist in Nordrhein-Westfalen im ersten Halbjahr des laufenden Jahres um 1,6 Prozent hinter dem Wert des Vorjahreszeitraums zurück geblieben. Lag der Produktionsindex im ersten Quartal nur um 1,1 Prozent unter seinem Vergleichswert aus dem Vorjahr, hat sich die Einbuße im zweiten Quartal auf 2,1 Prozent erhöht. 

Am stärksten fiel der Rückgang bei den Investitionsgütern aus. Hier wurden im ersten Halbjahr beinahe 2 Prozent weniger produziert als vor einem Jahr. Bei den Vorleistungsgütern ergab sich ein Minus von 1,4 Prozent. Lediglich die Produktion von Gebrauchsgütern konnte zulegen - sie wurde in diesem Bereich im ersten Halbjahr um gut ein Prozent ausgeweitet.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe zeigten im ersten Halbjahr ein geteiltes Bild. Während aus dem Inland rund ein Prozent mehr Bestellungen eingingen, sanken die Orderzahlen aus dem Ausland um etwas mehr als ein Prozent. Auffällig ist dabei zuvorderst der starke Anstieg der Inlandsbestellungen im zweiten Quartal. Die Zahlen der Auftragseingänge lagen im ersten Halbjahr insgesamt leicht (0,3 Prozent) unterhalb denen des Vorjahresniveaus.

Unterteilt nach Hauptgruppen lassen sich markante Unterschiede feststellen. So lag der Auftragseingangsindex für Investitionsgüter im ersten Halbjahr um beinahe 5 Prozent unterhalb seines Vorjahreswerts. Die Aufträge für Vorleistungsgüter legten um mehr als zwei Prozent zu, was vor allem an einem starken Anstieg (plus 6,8 Prozent) der Aufträge im zweiten Quartal liegt. Nachdem die Bestellungen für Gebrauchsgüter im ersten Quartal um beinahe acht Prozent unter ihrem Vorjahresniveau lagen, führte ein Anstieg um mehr als sieben Prozent im zweiten Quartal dazu, dass in dieser Gruppe im ersten Halbjahr in etwa so viele Aufträge eingingen wie im Vorjahr.

Im Durchschnitt des ersten Halbjahrs waren rund 1,058 Millionen Personen in den nordrhein-westfälischen Industriebetrieben tätig. Das waren 2.800, oder rund ein Viertel Prozent, weniger als vor einem Jahr. Im Vergleich mit dem ersten Halbjahr des Jahres 2013 beläuft sich das Minus auf beinahe 6.000 Beschäftigte.