18.12.2017

WAZ: NRW-Unternehmer appellieren an Union und SPD - 18.12.2017

NRW-Unternehmer-Verbandspräsident Arndt G. Kirchhoff fordert Union und SPD zu einer zügigen Regierungsbildung im Bund auf

Der Verband Unternehmer NRW mahnt Union und SPD zur zügigen Bildung einer handlungsfähigen Bundesregierung und zu mehr „wirtschaftlicher Vernunft“. Die derzeitige Situation stelle die deutsche Wirtschaft vor eine „Geduldsprobe“, sagte Verbandspräsident Arndt G. Kirchhoff dieser Zeitung.


Die Unternehmen in NRW machten sich zunehmend Sorgen über die wirtschaftspolitische Ausrichtung in Deutschland. „Viel zu sehr wird derzeit wieder über neue soziale Wohltaten und viel zu wenig darüber debattiert, wie wir unsere Zukunft sichern“, so Kirchhoff. Jamaika sei auch daran gescheitert, weil es nicht gelungen sei, eine gemeinsame Zukunftsvision zu entwickeln.


„Tiefer Blick in den verteilungspolitischen Rückspiegel“
Laut dem Verband sei ein neues „Grundempfinden“ für die Bedeutung der Wirtschaft nötig, ein „wirtschaftspolitischer Masterplan“ für die kommenden zehn Jahre. „Leider kann ich eine solche Geisteshaltung für die Zukunft Deutschlands gegenwärtig auch in der Union nicht so richtig erkennen“, kritisierte Kirchhoff. Bei der SPD erkennt er eine „Haltung der verschränkten Arme“. Die sechs Punkte, die der SPD-Landesvorstand in einem Brief an die Bundespartei aufgeschrieben hat seien ein „tiefer Blick in den verteilungspolitischen Rückspiegel“. Die NRW-SPD fordert unter anderem eine Anhebung des Rentenniveaus, die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen und die Entlastung unterer und mittlerer Einkommen.


CDU und SPD hätten beide starke industriepolitische Wurzeln, loben die Unternehmer. Als stärkste Landesverbände in ihren Bundesparteien müssen sie jetzt den gemeinsamen Anspruch haben, „für NRW mehr PS auf die Straße zu bringen als die CSU für Bayern“. Unternehmer NRW erwarte deshalb von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und NRW-SPD-Chef Michael Groschek ein „gemeinsames und entschlossenes Vorgehen für den Wirtschaftsstandort NRW“. Dazu gehöre der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sowie der Verzicht auf die Abschaltung von sieben Gigawatt Kohlestrom, der in den Jamaika-Sondierungen verabredet worden sei.

Autor: Matthias Korfmann

Quelle: https://www.waz.de/wirtschaft/nrw-unternehmer-appellieren-an-union-und-spd-id212876807.html