15.12.2017

NRW-Ausbildungsmarkt: Zuwachs bei Ausbildungsverträgen ist „positives Signal“

Besetzungsprobleme verschärfen sich jedoch

Die Unternehmen in NRW engagieren sich weiterhin auf hohem Niveau für Ausbildung. „Es ist ein positives Signal, dass bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ein deutliches Plus von 1,7 Prozent verzeichnet werden konnte – insbesondere, da die Zahl an Bewerbern nur sehr leicht gestiegen ist“, sagte Dr. Luitwin Mallmann, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände (unternehmer nrw) zu den heute von IT.NRW veröffentlichten Zahlen zu den 2017 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Damit liege NRW deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 0,6 Prozent. Dies sei auch vor dem Hintergrund bemerkenswert, dass sich die Probleme bei der Besetzung der Ausbildungsstellen verschärft hätten. „Mit 7.500 unbesetzten Ausbildungsplätzen in NRW haben wir den höchsten Stand seit 20 Jahren“, erklärte Mallmann. „Dies bremst die Entwicklung bei den Ausbildungsverträgen erheblich“. Zudem sei das wirtschaftliche Umfeld in einigen Branchen und Regionen teils herausfordernd.

„Völlig haltlos“ sei indes der häufig an die Unternehmen gerichtete Vorwurf, sie hätten zu hohe Anforderungen an den Schulabschluss der Bewerber und würden beispielsweise Hauptschulabsolventen keine Chance geben. Neue Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigten ein anderes Bild: „Bei fast der Hälfte der in NRW gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätze wird mindestens ein Hauptschulschluss erwartet – und nur bei 15 Prozent die Hochschulreife“, betonte Mallmann. Das bedeute umgekehrt, dass Hauptschulabsolventen bei fast der Hälfte der Ausbildungsstellen eine Chance hätten – gleichzeitig machten sie aber nur rund 20 Prozent der gemeldeten Bewerber aus.

Insgesamt haben sich die Chancen junger Menschen auf einen Ausbildungsplatz in den letzten Jahren deutlich verbessert. So stehen heute mehr Plätze weniger Bewerbern gegenüber: Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze ist im Vergleich zu 2008 um 16 Prozent gesteigert worden – bei im gleichen Zeitraum leicht abnehmenden Bewerberzahlen.