15.10.2018

NRW-Unternehmensverbände: Ruhrgebietskonferenz muss Aufbruchsstimmung fürs Revier entfachen

Präsident Kirchhoff: „Die Aufgabe ist so groß, dass sich alle dahinter versammeln müssen“

Als „zentrale Herausforderung der Ruhrgebietskonferenz“ haben die NRW-Unternehmer die Stärkung der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit der gesamten Region bezeichnet. Der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Arndt G. Kirchhoff, sagte am Montag in Düsseldorf, die Ruhrgebietskonferenz müsse einen nachhaltigen Prozess in Gang setzen, der von Optimismus geprägt sei, echte Aufbruchsstimmung erzeuge und das Ruhrgebiet dauerhaft nach vorn bringe. „Wir müssen jetzt die Pfunde des Ruhrgebiets herausstellen und nicht in Problemen und Risiken denken“, betonte Kirchhoff. Ein von unternehmer nrw in Auftrag gegebenes Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) zur Zukunft des Ruhrgebietes, das am Montag vor der Landespressekonferenz NRW vorgestellt wurde, bescheinigt dem mit mehr als fünf Millionen Einwohnern größten Ballungsraum Deutschlands erhebliche Potenziale und Chancen – darunter eine vielfältige Hochschul- und Wissenschaftslandschaft, eine bestehende, gut erreichbare Verkehrsinfrastruktur, enge industrielle Wertschöpfungsketten, ein enormes Fachkräftepotenzial sowie eine gute Ausgangsposition im Zukunftsfeld der Digitalisierung. „Zusammen mit dem strategischen Ansatz der Ruhrgebietskonferenz lässt sich daraus doch wohl unbestreitbar etwas machen“, erklärte Kirchhoff.

Ein starkes Ruhrgebiet sei das Fundament dafür, Nordrhein-Westfalen wieder in die Spitzengruppe der europäischen Wirtschaftsstandorte zu führen. Auch Deutschland könne sich dauerhaft keinen Ballungsraum dieser Größenordnung leisten, dessen Image von hohen Arbeitslosenzahlen oder von Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen bestimmt werde. Allerdings bedürfe es auch der Überzeugung der Menschen und der Politik im Ruhrgebiet selbst, sich anzustrengen und nicht ausschließlich auf Düsseldorf, Berlin und Brüssel zu verlassen. „Wir brauchen im Revier neuen Gemeinschaftsgeist statt altes Kirchturmdenken und ein Handeln in großen Linien statt im Klein-Klein“ forderte Kirchhoff. Er begrüße, dass der Ministerpräsident alle gesellschaftlichen Gruppen an diesem Prozess beteilige. „Deshalb erwarte ich Korpsgeist, parteiübergreifend und unter Beteiligung aller Interessengruppen“, sagte Kirchhoff. Jetzt Skepsis zu verbreiten, bevor die Konferenz begonnen habe, sei nicht zielführend. Die Aufgabe sei so groß, dass sich alle dahinter versammeln müssten.

Ungeachtet der in der Studie dargestellten Probleme des Ruhrgebiets belege das IW-Gutachten jedoch eindrucksvoll dessen gute Voraussetzungen für besondere zukunftsweisende Weichenstellungen. So sei diese dicht besiedelte Region geradezu dafür prädestiniert, in einer großen vernetzten „Smart-City“ zur digitalen Zukunftsregion Europas zu werden. „Es muss gelingen, Arbeit, Bildung, Mobilität und Wohnen intelligent und digital zu verknüpfen“, betonte der NRW-Unternehmerpräsident. Darüber hinaus müsse das riesige Potenzial der Hochschulen des Reviers genutzt werden, um die Hochschullandschaft zu einer starken Marke über die Grenzen des Reviers hinaus zu einem Top-Standort Europas zu entwickeln. Überdies müsse das Ruhrgebiet seine zentrale Lage im Herzen Europas und die bestehende hochrangige und gut erreichbare Verkehrsinfrastruktur für die Zukunft ausrichten. „Ich halte viel von der tollen Idee, für das Ruhrgebiet eine Olympia-Bewerbung ins Auge zu fassen. Das meine ich mit dem Denken in großen Linien“, erklärte Kirchhoff. Ohne eine belastbare Verkehrsinfrastruktur und einen leistungsfähigeren ÖPNV werde eine Bewerbung allerdings nicht erfolgreich sein. Er sei insgesamt zuversichtlich, dass die Ruhrgebietskonferenz mit dem guten Willen aller dem Revier neuen Schwung verleihen könne.

 

Hier geht es zum IW-Gutachten: "Die Zukunft des Ruhrgebiets - Wirtschaftliche Lage und Potenziale des größten deutschen Ballungsraumes"

Hier geht es zum 10-Punkte-Papier zur Ruhrgebietskonferenz: "Das Feuer neu entfachen!"