16.01.2019

Statement: Zur Abstimmung im britischen Unterhaus über den Brexit-Vertrag - 16.01.2019

Präsident Arndt G. Kirchhoff äußert sich zur Abstimmung über den Brexit-Vertrag

„Mit dem gestrigen Tage ist ein völlig ungeordneter Brexit wahrscheinlicher geworden. Umso mehr müssen die politischen Bemühungen noch einmal intensiviert werden, den harten Brexit zu vermeiden. Das Vereinigte Königreich muss sich jetzt dringend darüber im Klaren werden, was es eigentlich will. Ebenso klar ist aber auch, dass die Europäische Union weiterhin geschlossen auftreten muss, wenn eine Lösung gefunden werden soll.

 Die Verflechtungen der NRW-Wirtschaft mit Großbritannien sind sehr eng. Das Vereinigte Königreich ist mit einem Exportvolumen von 13,3 Mrd. Euro der drittgrößte Absatzmarkt für die nordrhein-westfälischen Unternehmen. Fast 30 Mrd. Euro oder 13 Prozent aller NRW-Direktinvestitionen im Ausland gingen nach Großbritannien. Unsere Unternehmen sind dabei auf effiziente, grenzübergreifende Handelsbeziehungen und Lieferketten angewiesen. Wenn jetzt durch neue Zollabfertigungen und mehr Bürokratie erhebliche Verzögerungen entstehen, wird dies uns, insbesondere aber unsere Kunden jenseits des Kanals empfindlich treffen. Es drohen erhebliche Arbeitsplatzverluste.

 Wir als Unternehmer, aber auch unsere Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen haben daher ein überragendes Interesse daran, das gute Verhältnis zu Großbritannien zu erhalten. Auch deshalb erwarte ich jetzt auf beiden Seiten das ernsthafte Bemühen, unsere enge Partnerschaft fortzusetzen. Dennoch werden sich unsere Unternehmen spätestens jetzt verstärkt auf ein Szenario der Unsicherheit vorbereiten müssen.“