Duale Ausbildung

Die duale Berufsausbildung ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor der deutschen Wirtschaft und ein Grund für die geringe Jugendarbeitslosigkeit. Die enge Verknüpfung von Lernen und Praxis sichert den Unternehmen bedarfsgerecht ausgebildete Fachkräfte und jungen Menschen einen erfolgreichen Start in das Berufsleben und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Dies gelingt nur durch das große Engagement der Wirtschaft für dieses System.

Großes Engagement der NRW-Wirtschaft für Ausbildung

Die Wirtschaft hierzulande bildet auf hohem Niveau aus. In NRW eröffnen die Unternehmen jedes Jahr über 100.000 jungen Menschen den Weg in die Ausbildung. Mehr als die Hälfte der ausbildungsberechtigten Betriebe stellen Lehrstellen bereit, darunter etwa 90 % aller Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten.

In den vergangenen Jahren haben die Betriebe in NRW ihr Ausbildungsangebot deutlich gesteigert. Zwischen 2009 und 2019 hat die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze um rd. 40 % zugelegt. Gleichzeitig ist die Zahl der Bewerber in diesem Zeitraum gesunken (rd. -7 %). Damit haben sich die Chancen junger Menschen auf Ausbildung erheblich verbessert; auf der anderen Seite wird es für viele Betriebe immer schwieriger, ihre Ausbildungsplätze auch besetzen zu können. 2019 musste erstmals ein Negativrekord von mehr als 10.000 unbesetzten Ausbildungsplätzen in NRW verzeichnet werden.

Beim Ausbildungsengagement muss sich NRW auch im Vergleich der Bundesländer nicht verstecken: So liegt NRW sowohl bei der Ausbildungsbetriebsquote (22,1 Prozent) als auch bei der Ausbildungsquote (5,3 Prozent) über dem Bundesdurchschnitt (19,6 Prozent sowie 4,8 Prozent).

Aktuell zeigen sich aber die Auswirkungen der Corona-Krise auch auf dem Ausbildungsmarkt. Viele Aktivitäten rund um die Berufsorientierung und Ausbildungsvermittlung können nicht wie gewohnt stattfinden. Junge Menschen sind zum Teil verunsichert, welche Chancen auf Ausbildung aktuell überhaupt bestehen. In einigen Branchen oder Berufen überwiegen aufgrund des Lockdowns die wirtschaftlichen Probleme. 2020 ist daher sowohl die Zahl der Bewerber wie auch der Ausbildungsplätze zurückgegangen. Gleichzeitig blieben 11.000 Ausbildungsplätze unbesetzt – nochmals mehr als im Vorjahr. Dieser Trend setzt sich bisher auch 2021 fort. Besonders besorgniserregend ist der erneute, sehr deutliche Rückgang bei den Ausbildungsbewerbern.

Umso wichtiger ist es, junge Menschen auch in diesen Zeiten auf die Chancen von Ausbildung aufmerksam zu machen. Es muss gelingen, alle Potenziale auf dem Ausbildungsmarkt noch besser zu erschließen. Ansonsten bleiben zu viele Ausbildungsplätze unbesetzt, während gleichzeitig zu viele Jugendliche nicht in Ausbildung münden. Daher engagieren sich die Unternehmen und Verbände seit vielen Jahren für Ausbildung. In den vergangenen Monaten der Corona-Krise sind vielfach neue, v.a. digitale Formate in der Berufsorientierung und Ausbildungsvermittlung auf den Weg gebracht worden, um die jungen Menschen auch jenseits von Präsenzveranstaltungen zu erreichen.

 

unternehmer nrw setzt sich ein für:

  • die Sicherstellung der Ausbildungsreife durch die Schule
  • eine feste Verankerung der Berufsorientierung an allen Schulen im Rahmen der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“
  • mehr berufliche und regionale Mobilität von Ausbildungsbewerbern
  • eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Ausbildungsinhalte (z.B. Anpassung an neue Technologien) und Ausbildungsstrukturen (z.B. mehr zweijährige Ausbildungsberufe und Ausbildungsbausteine)
  • die Attraktivität der dualen Ausbildung in der Gesellschaft, bei Schülern, Eltern, Lehrkräften
  • moderne und leistungsstarke Berufsschulen mit ausreichenden und gut qualifizierten Lehrkräften

unternehmer nrw, ihre Mitgliedsverbände und die Unternehmen in NRW sind auf vielfältige Weise aktiv:

  • mit vielfältigen Berufsinformationen, mit Aktivitäten zur Berufsorientierung und Berufsvorbereitung junger Menschen, mit Begleitung und Unterstützung gerade kleiner und mittelständischer Unternehmen bei ihrem Ausbildungsengagement etwa durch Angebote in Ausbildungswerkstätten oder Seminare für Auszubildende und Ausbilder
  • unternehmer nrw engagiert sich mit weiteren Partnern aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Arbeitsverwaltung sowie Land und Kommunen seit 1996 im "Ausbildungskonsens NRW". Ziel ist es, jedem jungen Menschen in NRW, der ausbildungswillig und -fähig ist, ein Ausbildungsangebot zu machen.
  • unternehmer nrw und ihre Mitgliedsverbände wirken an der Umsetzung der im Ausbildungskonsens NRW erarbeiteten Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule - Beruf in NRW (KAoA)" mit. Unternehmen engagieren sich hier insbesondere durch die Bereitstellung von Praxisphasen zur Berufsorientierung (Berufsfelderkundungen und Praktika).