3 Fragen zur Sache - mit Geschäftsführer Dr. Axel Borchard

Der Geschäftsführer für Arbeits- und Sozialrecht/Betriebliche Altersversorgung von unternehmer nrw, Dr. Axel Borchard, im Kurz-Interview zum Thema Kurzarbeit.

"Kurzarbeit hat sich in der Krise bewährt"

Ein halbes Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie: Wie fällt Ihr Fazit zum Kriseninstrument Kurzarbeit aus?

Dr. Axel Borchard: Die Bewältigung der Corona-Krise war und ist für die Unternehmen eine immense Herausforderung. Kurzarbeit hat sich dabei als Kriseninstrument bewährt. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Unternehmen durch Kurzarbeit versuchen, die Beschäftigungsverhältnisse zu sichern und die Belegschaft in der Krise an Bord zu halten. Gleichzeitig gibt es naturgemäß einen sprunghaft gestiegenen Beratungsbedarf zur Kurzarbeit. Somit ist das Thema auch für die Verbände ein Kraftakt.

Positiv hervorzuheben ist, dass der Gesetzgeber sehr schnell in der Corona-Krise die Rahmenbedingungen für das Kurzarbeitergeld verbessert hat. Ich denke da insbesondere an die vollständige Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge auf das Kurzarbeitgebergeld durch die Arbeitsagenturen. Dies hat vielen Unternehmen geholfen, an dieser Stelle Liquiditätsabflüsse zu verhindern.

Sehen Sie trotzdem noch Bedarf für Nachbesserungen?

Ich freue mich über die Verlängerung des Bezugszeitraums über das Jahresende hinaus. Bisher lag dieser grundsätzlich bei 12 Monaten. In der Vergangenheit, zum Beispiel während der Finanzkrise, hat sich der 24-monatige Bezugszeitraum bereits bewährt.

Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit der Arbeitsverwaltung?

Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Arbeitsagenturen und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit funktioniert hervorragend. Trotz extremer Belastungsspitzen hat die Arbeitsverwaltung den Informationsfluss sichergestellt und sehr lösungsorientiert gehandelt.