Industrie in NRW: 2. Quartal 2018

Auftragseingänge
Die Auftragslage der mehr als 5.000 Industriebetriebe in Nordrhein-Westfalen konnte im zweiten Quartal 2018 gegenüber dem ersten Quartal 2018 nicht gehalten werden und sank um 4,9 Prozent. Sowohl die Binnen- als auch die Auslandsnachfrage ging gegenüber dem Vorquartal zurück. Aus dem Inland kamen 3,0 Prozent weniger Aufträge, aus dem Ausland waren es 6,6 Prozent weniger.

Im Vorjahresvergleich stiegen die Auftragseingänge um 2,3 Prozent. Zwar konnte nach einem leichten Rückgang im ersten Quartal das Vorzeichen gedreht werden, im Vergleich zum starken zweiten Halbjahr 2017 ist die Entwicklung jedoch wesentlich weniger dynamisch. Die Inlandsorder stieg im zweiten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent, die Auslandsorder stieg mit 1,2 Prozent etwas schwächer, nachdem in den vergangenen Quartalen das Verhältnis umgekehrt war. 

Ein Blick in die Branchen zeigt ein in der Tendenz gleichlaufendes Bild. Der Maschinenbau in Nordrhein-Westfalen verzeichnete im zweiten Quartal aus dem Inland zwar ein Auftragsplus von 1,4 Prozent, die Auslandsnachfrage sank aber um 9,9 Prozent, sodass unterm Strich ein Rückgang von 5,8 Prozent zu verzeichnen war. Die Hersteller von Metallerzeugnissen konnten im Vergleich zum Vorquartal die Auslandsnachfrage nochmal steigern (1,0 Prozent), die Inlandsnachfrage entwickelte sich hingegen leicht negativ, sodass die Gesamtnachfrage mit einem Plus von 0,2 Prozent mehr oder weniger stagnierte. Auch die Hersteller chemischer Erzeugnisse konnten die Dynamik der Vorquartale nicht halten. Insgesamt gingen 2,3 Prozent weniger Aufträge ein. Dabei gab die Binnennachfrage mit -3,0 Prozent stärker nach als die Auslandsnachfrage mit -1,9 Prozent.

Industrieproduktion
Die Produktionsleistung im Verarbeitenden Gewerbe sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden sank im zweiten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorquartal um 1,4 Prozent (saison- und arbeitstäglich bereinigt) – der zweite Quartalsrückgang in Folge. Das Produktionsniveau liegt damit wieder auf dem Niveau des Vorjahres und damit merklich unterhalb des guten zweiten Halbjahres 2017.

Der Maschinenbau konnte nach einem kleinen Schwächeanfall zu Beginn des Jahres im zweiten Quartal wieder hinzugewinnen – gegenüber dem ersten Quartal stieg die Produktionsleistung um 0,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Produktion im zweiten Quartal mit 4,3 Prozent wieder stärker als zuvor. Die Hersteller chemischer Erzeugnisse konnten den Schwung aus dem ersten Quartal nicht mit ins zweite Quartal übernehmen, die Produktionsleistung sank um 1,7 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr sank die Produktionsleitung sogar um 0,4 Prozent.

Umsätze
Zum Vorquartal stiegen die Umsätze um 0,7 Prozent. Das Auslandsgeschäft musste einen leichten Rückschlag hinnehmen und sank minimal.  Zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um 4,9 Prozent. Das Auslandsgeschäft legte dabei mit einem Plus von 5,3 Prozent überdurchschnittlich zu. 

Beschäftigte
Im zweiten Quartal 2018 stieg die Industriebeschäftigung um 0,4 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Damit setzt sich der Beschäftigungsaufbau im sechsten Quartal in Folge weiter fort, wenn auch in einem gemächlicheren Tempo als zuletzt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Beschäftigung um 2,2 Prozent an. Im Maschinenbau­­ – der, gemessen an der Anzahl der Beschäftigten, größten Industriebranche in Nordrhein-Westfalen –  stieg die Beschäftigung überdurchschnittlich. Die Beschäftigung stieg gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent und gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,9 Prozent.

(Quelle: IT.NRW; eigene Berechnungen.)