Industrie im Trend – 1. Quartal 2021

Verhaltene Produktionsentwicklung, Auftragslage deutet Erholungspotential an

Das Jahr 2020 war nicht zuletzt aus wirtschaftlicher Sicht von Extremen geprägt. Nach dem tiefen Einbruch im zweiten Quartal 2020 setzte im dritten Quartal eine kräftige Erholung ein. Zum Jahresende verlor die Erholung jedoch wieder an Geschwindigkeit, da erneute Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie die Wirtschaft belasteten. Das erste Quartal 2021 stand größtenteils erneut unter dem Eindruck der Pandemie, die Erholung pausierte. Als positives Zeichen dürfte der Auftragseingang gewertet werden, dieser stieg kräftig. Allerdings sorgen verstärkt Engpässe in der Industrie für einen Dämpfer im Ausblick.  

Industrieproduktion

Im ersten Quartal lag die Industrieproduktion um 0,4 Prozent über dem Niveau des Vorquartals, das Vorjahresniveau wurde nur sehr knapp verpasst (-0,1 Prozent). Während die industrielle Produktion Februar nur schwach expandierte, sorgte der gute Monat März für ein solides erstes Quartal.

Beim Blick auf die einzelnen Industriebranchen in Nordrhein-Westfalen zeigt sich eine enorme Spreizung der Konjunktur im ersten Quartal. Die Branche Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln verlor im Vorjahresvergleich 5,5 Prozent, die Branche Metallerzeugung und -bearbeitung verzeichnete einen Produktionsrückgang um 2,1 Prozent. In der Branche Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten lag die Produktion hingegen um 5,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Branche Herstellung von chemischen Erzeugnissen konnte mit den guten Zahlen im März den schwachen Vormonat ausgleichen und schloss das Quartal mit einem Zuwachs um 2,8 Prozent ab.

Auftragseingänge

In den ersten drei Monaten des Jahres 2021 zog die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen spürbar an. Gegenüber dem Vorjahr lagen die Bestellungen um 11,4 Prozent höher. Die Nachfrage aus dem Ausland stieg um 13,4 Prozent, die Ordereingänge aus dem Inland legten um 9,2 Prozent zu. Der Trend bei den Auftragseingängen zeigt nach oben und das Vorkrisenniveau wurde bereits übertroffen. Derzeit scheint es im Durchschnitt der NRW-Industrie kein Nachfrageproblem auf breiter Basis zu geben. Zeitgleich melden immer mehr Firmen angebotsseitige Schwierigkeiten bzw. Engpässe.

Von den großen Industrien in NRW konnte einzig die Branche Herstellung von chemischen Erzeugnissen im ersten Quartal 2021 ihre Vorjahres-Auftragslage nicht bestätigen (-5,5 Prozent). Der Auftragseingang in der Branche Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten stieg um 33,2 Prozent, die Branche Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen verbuchte einen Zuwachs um 26,4 Prozent.

Umsätze

Im ersten Quartal 2021 erwirtschaftete die nordrhein-westfälische Industrie einen Umsatz von 78,4 Mrd. Euro. Im Vorjahresquartal waren es rund 78,2 Mrd. Euro – ein Zuwachs um 0,2 Prozent.  Die Inlandsumsätze sanken im selben Zeitraum um 1,1 Prozent, die Auslandsumsätze stiegen hingegen um 1,8 Prozent.

Beschäftigte

Die Beschäftigtenzahl der nordrhein-westfälischen Industrie sank gegenüber dem Vorjahreswert im ersten Quartal 2021 um 2,6 Prozent auf nun 1.059.801 Personen. Gegenüber dem Vorquartal sank der Beschäftigungsstand um 1,0 Prozent.

(Quelle: IT.NRW; eigene Berechnungen)