Der NRW-Wirtschaftsblog
Klartext
im Westen

Wirtschaft braucht Verlässlichkeit

Dr. Raymund Heiliger, Geschäftsführer der Vygon Germany GmbH, Aachen: Nur wenn Unternehmen erfolgreich arbeiten können, bleibt Nordrhein-Westfalen auch in Zukunft ein attraktiver und innovativer Wirtschaftsstandort.

Nordrhein-Westfalen ist ein starkes Industrieland. Damit das auch in Zukunft so bleibt, braucht die Wirtschaft vor allem eines: verlässliche Rahmenbedingungen. Mit Blick auf die Landtagswahl 2027 sollte die Landespolitik den Fokus darauf legen, Investitionen, Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit konsequent zu fördern.


Unternehmen stehen derzeit unter hohem Druck. Steigende Kosten, zunehmende Bürokratie, langwierige Genehmigungsverfahren und der internationale Wettbewerb erschweren Investitionen. Gleichzeitig erwarten Gesellschaft und Politik zu Recht Antworten auf Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Fachkräftesicherung. Damit Unternehmen diese Herausforderungen meistern können, benötigen sie Planungssicherheit statt zusätzlicher Belastungen.


Besonders wichtig ist ein innovationsfreundliches Umfeld. Nordrhein-Westfalen verfügt über eine leistungsfähige Industrie, starke Forschungseinrichtungen und hochqualifizierte Beschäftigte. Dieses Potenzial kann jedoch nur genutzt werden, wenn neue Technologien schneller in die Anwendung gebracht werden und Investitionen attraktiv bleiben. Das gilt für Zukunftsbranchen ebenso wie für den industriellen Mittelstand, der das Rückgrat der nordrhein-westfälischen Wirtschaft bildet.


Ebenso wichtig sind international wettbewerbsfähige Energiepreise. Die industrielle Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen ist auf eine sichere und bezahlbare Energieversorgung angewiesen. Hohe Energiekosten belasten Unternehmen, schmälern Investitionsspielräume und erschweren die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die Landespolitik sollte sich deshalb konsequent für eine verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Energiepolitik einsetzen.


Ein weiterer Schwerpunkt muss der Bürokratieabbau sein. Viele Unternehmen investieren nicht zu wenig, sondern zu spät, weil Prozesse zu komplex und zu langsam sind. Wer Innovationen fördern will, muss Verfahren vereinfachen, Genehmigungen beschleunigen und Regulierung stärker auf ihre Praxistauglichkeit prüfen.


Genauso entscheidend ist die Sicherung von Fachkräften. Gute Bildung, moderne Ausbildungswege und die gezielte Förderung von Weiterbildung sind Voraussetzungen für langfristiges Wachstum. Unternehmen, Schulen, Hochschulen und Politik müssen hier noch enger zusammenarbeiten.

Mein Wunsch an die Landespolitik lautet daher: Wirtschaftspolitik mit klaren Prioritäten, pragmatischen Lösungen und einem konsequenten Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts NRW. Denn nur eine starke Wirtschaft schafft die Grundlage für Beschäftigung, Wohlstand und die Finanzierung unserer gesellschaftlichen Aufgaben.


Wirtschaft gehört wieder auf Platz 1 der politischen Agenda. Nur wenn Unternehmen erfolgreich arbeiten können, bleibt Nordrhein-Westfalen auch in Zukunft ein attraktiver und innovativer Wirtschaftsstandort.