Wer unsere Sozialversicherungssysteme auf Dauer erhalten will, der muss jetzt den Mut haben, sie strukturell zu reformieren. Angesichts der massiven Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung begrüße ich es sehr, dass jetzt endlich etwas Konkretes auf dem Tisch liegt. Allen muss klar sein, dass wir ohne ein echtes Gegensteuern allein in der gesetzlichen Krankenversicherung auf einen Beitragssatz von 20 Prozent zulaufen. Dies ist ein erheblicher Treiber der Lohnzusatzkosten und für Unternehmen wie Beschäftigte auf Dauer nicht mehr tragbar.
In dem vorgelegten Bericht gibt es zahlreiche gute und manche weniger gute Vorschläge. Wichtig ist, dass wir die Debatte jetzt sachlich und zielorientiert führen und nicht gleich jeden Vorschlag reflexartig mit großer Empörung zurückzuweisen. Das hilft unserem Land nicht weiter. Alle sollten sich bewusst machen: Es geht hier mitnichten um einen sozialpolitischen Kahlschlag, sondern um einen Aufschlag zur Zukunftssicherung des Gesundheitssystems.
Wir werden gar nicht umhin kommen, das System auf mehr Effizienz, Eigenverantwortung und Wettbewerbsfähigkeit auszurichten. Welche Einzelmaßnahmen am Ende umgesetzt werden, ist dann eine politische Frage. Wichtig ist, dass ein Gesamtpaket unter dem Strich deutliche Kostenentlastungen und Beitragssenkungen bringt.“

